junge Blasmusik aus Tradition...

seit 1820



Geschichtliches und Geschichten von Eckweisbacher Kapellen und deren Musikanten

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Aufgrund von Nachforschungen in den Staatsarchiven Marburg und Würzburg und einigen abgedruckten Überlieferungen kann die Vereinsgeschichte, oder besser gesagt die musikalischen Aktivitäten von Eckweisbachern bis in das Jahr 1820 zurückverfolgt werden.

Hiervon nun einige Punkte und Anekdoten:

Rhöner Musikanten in England, Russland und Baden

Aus älterer Zeit werden drei Fuldaer Namens Link als bedeutende Musiker genannt; der hervorragendste, Johann, war der Anführer der Rhönmusiker und spielte seiner Zeit vor König Georg von England (Vater der Königin Viktoria), vor dem Kaiser von Russland und dem
Großherzog von Baden.

Eine merkwürdige Fahrt machte diese aus 10 bis 12 Mann bestehende Musikbande, zu welcher die verschiedensten Rhön Orte (Wickers, Eckweisbach, Ostheim) ihr Kontingent stellten. Zuerst spielten sie in Baden-Baden; dort wurden sie von einem Baron Wiedenhofen ermuntert, nach
Russland zu ziehen; sie wanderten nun über Riga nach St. Petersburg, unterwegs schon ihre Kunst verwertend. Dort selbst suchte der Ostheimer Bickel einen weimarischen Oberst auf, der die Gesellschaft rekommandierte, so dass sie vor dem Kaiser musizieren durfte.

"Unterstoberst"

Eine Hauptpflegestätte der Musik war Eckweisbach, das mehrere Musikantengeschlechter (Josef Sauer und seine Söhne Johann und Valentin) und einige ganz merkwürdige Originale lieferte. Einer davon Josef Will, war zugleich Bauer, Musikant und Geigenmacher. Eines Tages kam er nach Fulda und ging dort, wie er ging und stand, in bäuerischer Tracht und mit harzschmutzigen Händen (er war eben mit bauen beschäftigt), auf den Musikchor im Dom und schaute neugierig den Musikern auf die Noten. Als man ihn zum Spott fragte, ob er vielleicht mitspielen wollte, nahm er sofort die erste Violine und spielte die ganze Messe auswendig, weil man ihm das Notenblatt "unterstoberst" vorgelegt hatte, worauf er meinte, er könne es so und so. Nach vollendeter Messe wurde er mit großen Ehren behandelt, in`s Bierhaus geführt und dort traktiert. Dies Faktum wird durch den damaligen Chordirigent Henkel und dessen beide Söhne, Georg Andreas und Heinrich, welche gleichfalls tüchtige Musiker waren, verbürgt.

Eckweisbacher Musikanten in Amerika

Merkwürdige Schicksale hatten auch vier Eckweisbacher, die zusammen als Musiker nach Amerika reisten. Der eine wurde drüben Lehrer und war eben im Begriff, eine zweite, besser besoldete Stelle bei New York anzutreten. Da begegnete er einem Schwarzbacher, der eben im Begriffe war, sich nach Europa einzuschiffen. Von Heimweh erfasst, löste er sich gleichfalls eine Schiffskarte, kündigte seinen Dienst und kehrte nach Eckweisbach zurück, wo er seine Musikantenfahrten wieder begann, bis er endlich die bei dem großen Lehrermangel sehr erleichterte Prüfung bestand, so dass er nun als ehrsamer Schulmeister in seinem Heimatdorfe walten und zugleich seinem Bruder "Glockengießer" als technischer Experte zur Seite stehen konnte. Ein zweiter von den vier Genossen (Hartmann) starb, die beiden anderen (Wingenfeld u. Magnus Möslein) gingen als Musiker zum Theater in New York.


Kapelle aus dem Jahre 1820

Im Jahre 1820 bestand in Eckweisbach eine bekannte Kapelle, die von Johann Sauer geleitet wurde. Ihr gehörten an: Johann und Valtin Sauer, Sebastian und Georg Möslein und Josef Will, dazu kam der Hilderser Johann Heid. (Staatsarchiv Marburg 112b / 1393. Näheres darüber in der
Festschrift des Musikvereins Hilders. 1986). In der Akte 112b / 1364 finden wir weitere Angaben über Musikanten aus Hilders und Eckweisbach aus dem Jahre 1844 - und die genannten beiden Sauer sind wieder vertreten. Sechs Musikanten stellten damals den Antrag auf einen Reisepass, da sie eine Musikreise nach Belgien und Frankreich unternehmen wollten. Dazu mussten sie ein Leumunds-Zeugnis vorlegen. Der Gemeindevorstand von
Eckweisbach schrieb folgendes:

Leumundszeugnis

Den Musikern: als Johann Sauer, Wittwer, dann Valtin Sauer, Martin Bohn, Alexander Bohn und Marianus Möslein, ledige, sämtliche von Eckweisbach gebürtig, wird andurch vom dasigen Pflegschaftsrath durchaus der Wahrheit getreu beurkundet, dass deren Leumund ausgezeichnet gut sey, und keinem in religiöser oder moralischer Hinsicht nicht das Mindeste zu Last gelegt werden kann, und dass gegen
Reise nach Belgien und Frankreich durchaus keine politschen Bedenken entgegen stehen; welches mit Sigell und Unterschrift erhärtet,

Eckweisbach deb 26 ten März 1844

(Der Pfelgschaftsrath) M.A. Klopf p.t. (unleserlich); Will, Vorsteher; Konrad Wagner, Balthasar Weber, Georg Möslein, Krick Gemeindepfelger.(Texte überliefert teilweise in altdeutscher Schreibweise) Wenn nun die Musiker, wie beschrieben, ihre Reisen antreten wollten, musste neben dem Leumundszeugnis auch eine Genehmigung zum Reisen eingeholt werden. Von diesen Genehmigungsurkunden und anderen Schriftstücken liegen
dem Verein Fotos in Originalgröße vor. Ferner ist ein handgeschriebenes Notenbuch aus dem Jahre 1831 von einem Christian Krick in den Händen seiner Nachkommen, die Mitglieder des Musikvereins "Lyra" Eckweisbach e.V. sind.

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